Unterfrankens Jungs rocken Bayernpokal – Oberbayern dominiert bei den Mädels
Der Volleyball Bayernpokal ist wieder das, was er vor Corona war. Ein echtes Volleyballfest mit vielen packenden Spielen und Emotionen. Am Ende setzte sich bei den Jungs Unterfranken durch. Bei den Mädels hält die Dominanz von Oberbayern an.
Beim Turnier der Mädchen war von Beginn an Drama vorprogrammiert. In der Vorrundengruppe B startete Schwaben unglücklich mit einer 1:2 Niederlage gegen Niederbayern. Da das Niederbayern danach jedoch kein Spiel mehr gewinnen konnten, belegten sie Platz vier in der Vorrunde. Schwaben seinerseits gelang eine 2:0 Erfolg gegen Mittelfranken, so dass sie am Ende Platz zwei hinter Oberbayern II belegten. Noch dramatischer verlief die Vorrundengruppe A. Hier zeigte die Oberpfalz eine tolle Leistung und konnte im Gruppenfinale sehr lange mit dem späteren Gruppensieger Oberbayern mithalten. Dieser jedoch gewann am Ende den Tie-Break mit 15:9 und damit auch seine Vorrundengruppe.
Den Oberpfälzerinnen hatte das Spiel gegen den Top-Favoriten offensichtlich zu viel Kraft gekostet, so dass sie im Überkreuzspiel gegen Mittelfranken eine deutliche Niederlage quittieren mussten (13:25, 19:25). Im zweiten Überkreuzspiel am Samstagabend gelang Schwaben ein souveräner 2:0 Erfolg gegen Unterfranken (25:16, 25:19). Somit standen die Halbfinals fest. Oberbayern I traf auf Schwaben und Oberbayern II auf Mittelfranken. Beide Auswahlteams aus dem größten Volleyball-Bezirk konnten ihre Spiele in der Vorschlussrunde mit 2:0 gewinnen, so dass es ein rein oberbayerisches Finale gab. In diesem setzten sich die Einser gegen tapfer kämpfende Zweier am Ende mit 2:0 (25:19, 25:22) und durften den Bayernpokalsieg feiern. Platz drei ging nach einem packenden kleinen Finale an Mittelfranken, die die Auswahl Schwabens mit 2:1 (18:25, 25:23, 15:10) besiegen konnten. Auf den weiteren Plätzen kamen Niederbayern, die Oberpfalz, Unterfranken und Oberfranken ins Ziel. Wertvollste Spielerin der Partie wurde am Ende Francesca Giorigi (TV Erlangen), die im gesamten Turnier die meisten MVP-Medaillen gewinnen konnte.
Unterfranken bricht oberbayerische Dominanz
In der Konkurrenz der Jungen waren die Teams aus Oberbayern die Favoriten. Vor allem der ältere Jahrgang Oberbayern I untermauerte das in der Vorrunde beeindruckend und sicherte sich den Sieg in Gruppe A. Auf den weiteren Plätzen folgten dort Schwaben, Mittelfranken und Niederbayern. In Gruppe B spielte Unterfranken nervenstark und sicherte sich mit zwei Tie-Break-Erfolgen den Gruppensieg vor Oberbayern II, Oberfranken und der Oberpfalz. Somit hatten Unterfranken und Oberbayern das Halbfinalticket bereits sicher. Im Überkreuzvergleich zogen Schwaben (2:1 gegen Oberfranken) und Oberbayern II (2:0 gegen Mittelfranken) am Samstagabend nach.
Der Turnierplan wollte es so, dass nur ein Team aus Oberbayern ins Finale einziehen sollte. Im direkten Vergleich im Halbfinale setzte sich Oberbayern I souverän mit 2:0 (25:17. 25:17) gegen Oberbayern II durch. Im zweiten Halbfinale erwischte Unterfranken gegen Schwaben einen schlechten Start (13:25), fing sich dann aber, gewann die Sätze zwei und drei (25:21, 15:12) und zog ins Finale ein.
In diesem spielten die Unterfranken von Beginn an bärenstark. „Wir hatten ein tolles Team in diesem Jahr. Das war fast wie eine Familie“, erklärte Kapitän Kilian Hennich (TV Mömlingen) nach dem Endspiel stolz. Diese Analyse traf es auf den Punkt. Die Unterfranken-Auswahl agierte im ersten Satz kompakt und nutzte konsequent seine Chancen (25:20). Im zweiten Satz waren die Unterfranken bereits acht Punkte enteilt (16:8). Doch dann begann das Kopfkino und der Favorit aus Oberbayern kam beeindruckend zurück (23:25). Somit musste der Tie-Break entscheiden. In diesem hatt sich Unterfranken wieder gefangen. Da auch Oberbayern weiter auf Top-Niveau agierte, bekamen die Fans in Schwabmünchen einen hochklassigen Tie-Break zu sehen. In diesem setzte sich am Ende Unterfranken durch (15:10). Danach kannte der Jubel keine Grenzen mehr, hatten es die Unterfranken doch geschafft die Dominanz des Bezirks Oberbayern zu brechen. In den vergangenen Jahren hatte immer die Auswahl Oberbayern am Ende oben gestanden beim Bayernpokal. Die MVP-Medaillen bei den Jungs sicherte sich Hendrick Faber (VSC Donauwörth/Schwaben).
Allzeitrekorde beim Athletiktest
Vor der Siegerehrung wurde zunächst die Wertung der Athletiktests bekannt gegeben. Dabei hob Landestrainer Werner Kiermaier drei Leistungen besonders hervor. Zunächst bei der Kategorie Weitsprung aus dem Stand. Hier konnten zwei Mädels neue Allzeitrekorde aufstellen. Im jüngeren Jahrgang 2011 konnte Sophie Heinrich (TV Lenggries) hier einen Sprung von 2,51m vorweisen. Im älteren Jahrgang verbesserte Regina Eber (Rote Raben Vilsbiburg) ihre eigene Bestleistung und sprang 2,57m). Eine beeindruckende Sprungleistung (reine Sprunghöhe) erzielte Chiara Wilhelm (2011) vom ASV Dachau. Ihre Füße hatten am höchsten Punkt 67cm Abstand zum Boden. Bei den Jungen stach Emil Künzer (2010) vom TSV Penzberg heraus. Er erreichte beim Jump & Reach-Test eine Abschlaghöhe von 3,33m, also knapp 30cm über der Höhe des Rings des Basketballkorbs.
Großes Lob für die Ausrichter
Neben den Spieler*innen verdienten sich auch die Ausrichter von TSV Schwabmünchen großes Lob. Die rund 70 Helferinnen und Helfer wuselten durch die Sechsfachhalle und sorgten mit ihrer guten Laune dafür, dass alle Herausforderungen, die ein Bayernpokal mit sich bringt, sehr gut gemeistert wurden. „Der TSV Schwabmünchen hat hier ein tolles Turnier organisiert, an das sich alle Beteiligten sicher noch sehr lange gerne erinnern werden“, so BVV-Vizepräsident Richard Drechsel, der extra zur Siegerehrung angereist war. „Vielen Dank an alle, die diesen Bayernpokal wieder zu einem tollen Erlebnis für alle Beteiligten gemacht haben.“